Mit 4,59 Metern Länge, 1,90 Breite und 1,61 Metern Höhe ist der Q4 e-tron eine ganze Nummer kleiner als der bereits erhältliche e-tron quattro und liegt damit genau zwischen Audi Q3 (4,48 Meter Länge) und Q5 (4,66 m). Das Platzangebot dürfte aber eher mit Letzterem vergleichbar sein. Audi spricht von einem "ungeahnten Maß an Raumkomfort, vor allem bei der Beinfreiheit".

Auf einen platzraubenden Kardantunnel kann der elektrische Q4 verzichten – schließlich besteht trotz Allradantrieb keine mechanische Verbindung zwischen Vorder- und Hinterachse, wo sich jeweils ein Elektromotor befindet. In Sekundenbruchteilen entscheidet die Elektronik, welcher E-Motor gerade zum Einsatz kommt oder ob beide gleichzeitig für Traktion sorgen.

Der Motor an der Hinterachse leistet 150 kW, der E-Motor vorn kann 75 kW beisteuern – was grundsätzlich eher für eine hecklastige Antriebsauslegung spricht. Insgesamt liegt die Systemleistung bei 225 kW. Der Q4 e-tron soll so in sportlichen 6,3 Sekunden auf Tempo 100 sprinten, die Spitze wird bei 180 km/h abgeregelt.

Die 510 Kilogramm schwere Batterie sitzt platzsparend im Unterboden und kann 82 kWh speichern. Das ist zwar nicht ganz so viel wie beim "großen" e-tron quattro mit 95 kWh, doch der Verbrauch dürfte bei dem kleineren Fahrzeug nicht ganz so hoch ausfallen wie bei dem Luxusliner. Und damit eine entsprechend hohe Reichweite garantieren. Audi nennt 450 Kilometer nach dem aktuellen, praxisnahen WLTP-Zyklus. 

Damit die Klimaanlage im Sommer nicht zu viel Strom frisst, hat Audi das Showcar in einer speziellen Farbe ("Solar Sky") lackiert. Sie reflektiert den kurzwelligen Teil des Sonnenlichts, was zu einer geringeren Aufheizung des Innenraums führen soll. Ob es der changierende Blauton in die Serie schafft, ist aber fraglich. Und auch die 22-Zoll-Räder der Studie dürften künftig wohl eher eine Nummer kleiner ausfallen.

Als maximale Ladeleistung gibt Audi 125 kW an, was derzeit nur an den starken Schnellladesäulen von Ionity* möglich ist. Eine 80-Prozent-Ladung wäre dort unter günstigen Bedingungen in 30 Minuten erledigt. Wie viel Strom der Q4 e-tron an einer gewöhnlichen 22-kW-Säule aufnehmen kann, verrät Audi noch nicht.

Der Innenraum wirkt deutlich moderner als bei den aktuellen Audi-Modellen – und ist es auch. Das Head-up-Display wurde mit einer Augmented-Reality-Funktion ausgerüstet und kann zum Beispiel Richtungspfeile vom Navi in den Straßenverlauf einspiegeln. Über einen 12,3 Zoll großen Touchscreen in der Mittelkonsole lassen sich die meisten Funktionen bedienen. Auch hinter dem Lenkrad sitzt nur noch ein Display, und weil es keinen Automatik-Wählhebel zwischen den Sitzen gibt, sind großzügige Ablagen vorgesehen.

Zum Preis gibt es noch keine Angaben, aber ein Schnäppchen wird auch dieser Audi nicht werden. Rund 70.000 Euro könnten realistisch sein, immerhin 10.000 weniger als der große Bruder e-tron Quattro aufruft.