Montag, 05 April 2021 21:41

AfD - COVID19 - Migranten

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Eine Bayerische Krankenhausgesellschaft hat eine AfD-Anfrage bei bayerischen Kliniken scharf kritisiert. Die Partei habe sich mit "tendenziösen Fragen" an Kliniken gewandt, die "unterschwellig etwas unterstellen", sagt Sprecher Eduard Fuchshuber. De facto handele es sich "nur dem Anschein nach um Fragen" - eher um Behauptungen. Etwa bei der Main-Klinik in Ochsenfurt war eine Mail eingegangen, in der die AfD-Fraktionschefin Katrin Ebner-Steiner schreibt, sie wolle durch "Medienberichte und Gespräche mit Bürgern" erfahren haben, dass angeblich "ein großer oder nicht unerheblicher Teil" der Covid-Patienten "einen Migrationshintergrund" hätte. Um wie viele es sich dabei handele, will sie wissen.

Die Krankenhausgesellschaft weist darauf hin, dass Patientinnen und Patienten unabhängig von deren Nationalität behandelt würden. Diese werde statistisch nicht erfasst, geschweige denn ein sogenannter Migrationshintergrund. Die Unterstellungen der AfD seien "völlig daneben".


"Eine Person hat einen Migrationshintergrund, wenn sie selbst oder mindestens ein Elternteil nicht mit deutscher Staatsangehörigkeit geboren wurde. Im Einzelnen umfasst diese Definition zugewanderte und nicht zugewanderte Ausländerinnen und Ausländer, zugewanderte und nicht zugewanderte Eingebürgerte, (Spät-) Aussiedlerinnen und (Spät-) Aussiedler sowie die als Deutsche geborenen Nachkommen dieser Gruppen.

Die Vertriebenen des Zweiten Weltkrieges haben (gemäß Bundesvertriebenengesetz) einen gesonderten Status; sie und ihre Nachkommen zählen daher nicht zur Bevölkerung mit Migrationshintergrund."


Alexander Schraml, Geschäftsführer der Main-Klinik in Ochsenfurt, hat die Fragen deftig beantwortet in dem er antwortete: Er wiederum habe erfahren, "dass ein großer oder nicht unerheblicher Teil" der AfD-Fraktion "an einer moralischen und intellektuellen Dysfunktion" leide. Ob mitgeteilt werden könne, wie viele Fraktionsmitglieder "einen politisch zweifelhaften Hintergrund" hätten. Die AfD hatte zunächst angegeben, diese Antwort nicht erhalten zu haben; dann aber ergänzt, alle Antworten der Kliniken würden umfangreich geprüft - dies nehme Zeit in Anspruch. Tage später teilte Ebner-Steiner nun mit, die "polemische und inakzeptable Ausdrucksweise" Schramls sei "eines Professors unwürdig".

Damit stellt sich die Frage: Was ist die Fragestellung eines AfD-Politikers würdig?

Gelesen 313 mal Letzte Änderung am Montag, 05 April 2021 23:14
Publiziert in Gesundheit, Politik
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