Bundeskanzlerin Angela Merkel hält am Donnerstag, den 30. Mai 2019, eine Rede an der Harvard University in Cambridge, Massachusetts, während des Nachmittagsprogramms anlässlich der 368. Abschlussfeier der Universität.

Merkel war von Harvard, einer der renommiertesten Universitäten der Welt, eingeladen worden, um eine Rede vor den Absolventen des Jahrgangs 2019 zu halten. Es gab allerlei Brimborium drumherum, zum Beispiel wurde ihr eine Ehrendoktorwürde verliehen, was sie sichtlich erfreute. Sie ist Naturwissenschaftlerin, sie hat den akademischen Betrieb immer gemocht und auf vielen ihrer Dienstreisen dafür Sorge getragen, dass sie auch die wichtigen Universitäten an ihren Reisezielen besuchte. Aber von Harvard ausgezeichnet zu werden, das ist eben noch einmal einen Tick wunderbarer. Merkel ist bekannt als Pragmatikerin, doch für das vermeintlich im - selten dämliches Wort - Elfenbeinturm wohnende akademische Milieu hatte sie und hat sie mehr als eine Schwäche. Sie glaubt, das lässt sich ohne Übertreibung sagen, an die Kraft der Wissenschaft als eine Kraft der Weltverbesserung.

Eine Rede in Harvard. Die Universität hatte sie in den Wochen, vor allem in den Tagen vor dem Auftritt am Donnerstag gefeiert wie einen Rockstar. Angela Merkel, diesen Eindruck musste man zuletzt gewinnen, ist in Teilen der USA vielleicht doch ein noch etwas größerer deutscher Export als der stoische Basketballer Dirk Nowitzki, dem in Amerika auf seiner Abschiedstournee die Hallen zujubelten, oder die, wertfrei gesagt, seltsame Band Rammstein, der in Amerika die Stadien zujubeln.